 © Hermann Drexel



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Rattenberg ist mit 401 Einwohnern (2010) und eine Oberfläche von 0,11 Km2 die kleinste Stadt Österreichs. Sie gehört zu den wenigen Städten Europas,
die sich ihr mittelalterliches Stadtbild nahezu zur Gänze bewahren konnten.
Urkundlich wurde Rattenberg erstmalig 1254 erwähnt. 1393 erfolgte die Erhebung zur oberbayrischen Stadt.
Zwischen Fels und Inn, am Fuß einer Burg aus dem 10. Jahrhundert gelegen (die wichtigste Befestigungsanlage des Herzogtums Bayern im Unterinntal),
hatte die Stadt die Funktion eines regionalen Verkehrsknotenpunktes: Die Landstraßen aus Bayern und Salzburg trafen hier zusammen.
Zum Straßenverkehr kam noch die Innschifffahrt mit einer eigenen Anlegestelle in Rattenberg, das als Umschlagplatz und Zollstelle
an der Grenze zwischen Tirol und Bayern fungierte. Auf beide - Achse und Schiff - wurde Zoll eingehoben.
Die Entwicklung des Ortes, durch den Schutz der Burg unterstützt, erfolgte entlang der Straße zwischen Inn und dem Stadtberg;
geschlossen wurde der Stadtraum durch eine Mauer und einen Graben im Osten. Als eine Art Stadtplatz und Zentrum entwickelte
sich die ostwärts führende Südtiroler Straße. Überschwemmungen führten zu mehreren Niveauerhöhungen des Ortes.
Das historische Zentrum Rattenbergs ist im Inn-Salzach-Stil erbaut worden. Dieser Typus ist in diesem Städtchen noch besonders gut erhalten geblieben.
Bis 1504 gehörte Rattenberg zu Bayern. Danach fielen - unter Kaiser Maximilian I. - die Gerichtsbezirke Rattenberg, Kufstein und Kitzbühel an Tirol.
Rattenberg ist heute bekannt für seine glasverarbeitenden Betriebe. Im einstigen Augustiner-Kloster ist das Augustinermuseum untergebracht, das kirchliche Exponate
aus dem Tiroler Unterland und zeitgenössische Kunst zeigt. Es existiert ein Handwerkskunstmuseum in den Nagelschmiedhäusern, die seit 1148 existieren und damit
zu den ältesten Häusern des Ortes gehören. Rattenberg hat seit dem Mittelalter eine eigene Gerichtsbarkeit und ist heute Sitz des Bezirksgerichts.
Mehrere prächtige Kirchen zeugen von wirtschaftlichen Blütezeiten. Die ganze Stadt ist nicht nur ein historisches Kleinod, sondern auch ein intimes
urbanes Gebiet, in der zeitgemäß gelebt und zukunftsweisende, internationale Klangkunst präsentiert wird.
Mit dem Augustinermuseum, den alljährlich im Sommer stattfindenden Schlossbergspielen und dem internationalen Festival für Neue Musik und Audio-Art "avantgarde tirol",
ist das Städtchen am Inn zu Recht das Zentrum der Kulturregion Rattenberg am Inn.
avantgarde-Tip
Im Augustinermuseum und in der Buchhandlung Robert Armütter ist der
„Stadtführer Rattenberg”
von Hermann Drexel erhältlich, der sich ganz speziell an den an Kunst, Geschichte und Architektur interessierten Gast richtet.
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